Die Einsamkeit hinter sich lassen

Die neue Senioren-Wohngemeinschaft „Pflegebote“ in Hachmühlen ist eröffnet. Am 1. September ziehen die ersten Bewohner ein. Einige Plätze sind bislang noch frei.

„Viele Menschen kommen aus der Einsamkeit zu uns. Meistens haben sie ihr Leben mit dem Partner verbracht, der inzwischen längst verstorben ist“, sagt Thimo Korpok, Geschäftsführer und Inhaber des „Pflegebote“: „Unser Ziel ist es, dass sich unsere Bewohner hier neu kennenlernen, dass wir möglichst alle an einen Tisch bekommen und wir so das Fundament für eine Gemeinschaft legen können“, berichtet der 41-Jährige, der insgesamt sieben Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen betreibt. Der Auftakt war 2022 in der Nähe von Osnabrück, in Bramsche, seiner Heimatstadt. Um das Konzept umsetzen zu können, braucht es Personal. Und davon hat der Geschäftsführer hinreichend eingestellt: 14 Voll- und elf Teilzeitkräfte arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb. „Damit haben wir mehr Betreuer als Bewohner“, sagt Korpok stolz.

Exklusive Anzeigen aus der Printausgabe

Der „Pflegebote“ will anders sein als die großen Einrichtungen. 20 Plätze auf drei Etagen bietet das Haus an der Hachmühler Straße und ist ausgerichtet auf die Pflegestufen zwei bis fünf. Ein Probewohnen in einem möblierten Zimmer ist bis zu sechs Wochen möglich. Alles ist rollstuhlgerecht, selbstverständlich gibt es einen großen Aufzug und klimatisierte Aufenthaltsräume. Alle Zimmer sind Einzelzimmer mit etwa 21 Quadratmetern und einem großen barrierefreien Bad. Zur Ausstattung gehört neben Fernseh-, Telefon- und Internetanschluss auch eine Schwesternrufanlage. Um das Wohl der Bewohner kümmern sich rund um die Uhr Pflegefach-, Betreuungs-, Hauswirtschafts- und Reinigungskräfte. „Wir legen großen Wert auf individuelle Versorgung“, berichtet Korpok. So bereitet beispielsweise eine Hauswirtschaftskraft das Mittagessen täglich frisch zu. „Ein Essen von einem externen Versorger wird es nicht geben.“

Als gemeinschaftsfördernde Aktionen hat der Geschäftsführer unter anderem Kinoabende, gemeinsame Spiele, Grillpartys und weitere Freizeitangebote im Kopf. Und, ganz wichtig: Jeder Bewohner kann sich seinen Fähigkeiten entsprechend einbringen.

Inzwischen hat das Haus den Baustellen-Status, in dem es sich noch vor wenigen Wochen präsentiert hat, hinter sich gelassen. Die Maler sind mit dem Anstrich fertig, die Aufenthaltsräume sind eingerichtet. Im Gartenbereich grünt zaghaft der neue Rasen, die Mitarbeiter haben Sitzbänke aufgestellt, rollstuhlgerechte Hochbeete angelegt, Pavillon und Grillecke sind fertig.