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Aktuelle Umfrage

Großes Informationsdefizit beim Thema Pflege

Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden laut Statistischem Bundesamt zu Hause versorgt. FOTO: HALFPOINT/ ADOBESTOCK

21.01.2022

Durch den demographischen Wandel sind in Deutschland immer mehr Menschen von Pflegebedürftigkeit betroffen. Drei Viertel der Pflegebedürftigen werden laut Statistischem Bundesamt zu Hause versorgt. Entsprechend hoch ist der Bedarf an kompetenter Beratung und fundierter Information rund um das Thema Pflege. Denn es müssen wichtige Entscheidungen getroffen werden, ganz gleich, ob der Pflegefall plötzlich eingetreten ist oder sich schon länger angebahnt hat. Viele Betroffene und Angehörige beklagen diesbezüglich jedoch ein großes Informations- und Beratungsdefizit. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der Deutschen Seniorenliga in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt „Smart Care Service“. „Die Angehörigen brauchen dringend einen Lotsen, der sie durch den Pflegedschungel führt“, meint Projektleiterin Bettina Horster.

Die Deutsche Seniorenliga befragte im Herbst 2021 insgesamt 443 Seniorinnen und Senioren zu ihren Erfahrungen im Bereich Häusliche Pflege und Assistenzbedarf. Dabei kam heraus, dass zwei Drittel der Befragten (77 Prozent) die Beratung und Information als wichtig oder sogar sehr wichtig erachten. Ebenso viele fühlen sich jedoch nur ausreichend oder sogar schlecht über Häusliche Pflege (68 Prozent) oder Assistenzsysteme (77 Prozent) informiert oder beraten.

Ein weiteres Ergebnis zeigt, dass vielen ein guter Überblick über die bestehenden Informationsquellen und Anlaufstellen fehlt. So nutzt beispielsweise nur ein Drittel der Befragten (37 Prozent) Online-Plattformen, um sich über Pflege- und Assistenzmöglichkeiten zu informieren. Und dies, obwohl mehr als die Hälfte der Teilnehmer (55 Prozent) grundsätzliches Vertrauen zu digitalen Angeboten haben und sich die Ratsuchenden im Bereich der Häuslichen Pflege digitale Unterstützung sogar wünschen (49 Prozent).

„Immer mehr und immer schnellere Informationen bedeuten nicht automatisch qualitative und vertrauenswürdige Informationen“, sieht Gerhard Fieberg, Vorsitzender der Deutschen Seniorenliga, einen Widerspruch in der digitalen Welt: „Doch die professionelle Beratung ist ein zentraler Schlüssel zu guter Pflege! Denn wer weiß, welche Leistungen vor Ort angeboten werden und diese dann gezielt nutzt, kann die Pflege bestmöglich organisieren.“ 
     

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