Verantwortung übernehmen – Ideen einbringen

Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer sind Impulsgeber, Ideengeber und nicht selten auch Brückenbauer zwischen Tradition und Moderne. Gerade in Städten wie Springe und Bad Münder, in denen mittelständische Betriebe und familiengeführte Unternehmen das wirtschaftliche Bild prägen, kommt der jungen Generation eine besondere Rolle zu. Sie übernimmt Verantwortung, entwickelt Bewährtes weiter und bringt zugleich neue Perspektiven ein.

Viele Betriebe in der Region sind über Jahrzehnte gewachsen, manche sogar über Generationen hinweg. Wenn hier Söhne, Töchter oder externe Nachfolger das Ruder übernehmen, geht es nicht nur um Zahlen und Bilanzen. Es geht um Identität, um Vertrauen von Kundinnen und Kunden, um gewachsene Netzwerke. Jungunternehmer stehen damit vor der Aufgabe, Tradition zu bewahren und gleichzeitig Innovation voranzutreiben. Digitalisierung, neue Vertriebswege, nachhaltige Konzepte oder moderne Arbeitsmodelle sind Themen, die sie selbstverständlich mitdenken.

Gleichzeitig gründen auch immer mehr junge Menschen eigene Unternehmen – vom Handwerksbetrieb über kreative Dienstleistungen bis hin zu digitalen Geschäftsmodellen. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden aus und sorgen dafür, dass Kaufkraft und Know-how in der Region bleiben. Ihre Entscheidungen wirken direkt vor Ort: auf Innenstädte, Gewerbegebiete, Vereinsleben und nicht zuletzt auf das gesellschaftliche Miteinander.

Für die lokale Wirtschaft sind Jungunternehmer daher weit mehr als nur die Nächsten in der Reihe. Sie sind Motor für Wandel und Stabilität zugleich. Sie denken langfristig, weil sie oft selbst hier verwurzelt sind. Sie investieren vor Ort, kooperieren mit anderen Betrieben und engagieren sich in Netzwerken und Initiativen. So entsteht ein Kreislauf aus Verantwortung, Innovation und regionaler Verbundenheit.

Die Porträts auf dieser Seite zeigen, wie vielfältig junges Unternehmertum in Springe und Bad Münder ist. Sie erzählen von Mut zur Selbstständigkeit, von der Weiterführung familiärer Traditionen und von frischen Ideen, die das wirtschaftliche Leben in unserer Region bereichern.


Sebastian König

Er hat klassisch mit einem kleinen Betrieb in der Garage angefangen, seit zwei Jahren ist Sebastian König mit seinem Unternehmen „König Holzmanagement“ im Biermannskamp 12 in Springe zu Hause. Auf dem weiträumigen Gelände und in der Halle bereiten er und seine Mitarbeiter – alle zusammen sind es neun – die typischen Arbeiten einer Zimmerei und Dachdeckerei vor. „Wir wollen beim Kunden vor Ort möglichst wenig Anpassungen vornehmen müssen“, berichtet der Zimmermann und Bauingenieur über seine Geschäftsphilosophie. Von der Planung bis zur Montage liegt alles in der Hand des 44-Jährigen.

Egal, ob es um den Bau eines Carports, einer Gaube, dem Einbau eines Dachfensters oder um eine nachträgliche Wärmedämmung geht – bei König und seinem Team ist der Kunde mit seinem Wunsch gut aufgehoben. Bei den Wärmedämmungen greift der Profi für gewöhnlich auf Holz-Weichfaser zurück. Ältere Gebäude kann er mit der bewährten Einblastechnik auf eine neue Dimension der Energie-Effizienz bringen.


Steffen Hartmann

Der Traum, den sich Steffen Hartmann in Bad Münder erfüllt hat, den gibt es so in der weiteren Umgebung nicht noch mal. „Wir haben hier alle therapeutischen Berufe unter einem Dach“, sagt der 39-Jährige: Er hat 2025 sein Therapiezentrum Bad Münder am Justus-von-Liebig-Weg 1 neu eröffnet. Und bietet dort mit seinem Team und seiner Erfahrung aus 16 Jahren Selbstständigkeit in Springe und Bad Münder Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie an. Für ihn die optimale Versorgung: „Wir betreuen Patienten mit Problemen nach einer Operation, bei Problemen mit dem Rücken oder auch nach einem Schlaganfall. Und das alles vom Säuglingsalter bis hin zum Hausbesuch im Seniorenheim.“ Hartmann beschäftigt im Therapiezentrum Bad Münder 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.


Maximilian Holzhausen

Planung, Gartenbau, Poolbau – alles aus einer Hand, das bieten Maximilian Holzhausen und sein Team bei Achtermann in Bennigsen ihren Kundinnen und Kunden:„Wir bauen nicht nur jeden Garten nach Wunsch, sondern wir beraten und planen auch“, sagt Geschäftsführer Maximilian Holzhausen. Ein Schwerpunkt des Angebots ist das Thema Wasser – wer sich einen Pool oder Schwimmteich im eigenen Garten wünscht, ist hier richtig. Und kann im Schaugarten mit Poolhaus auf dem Achtermann-Gelände vorab genau entdecken, welche kreativen und modernen Lösungen es gibt. Jungunternehmer Holzhausen (40) kam im Jahr 2009 über ein Praktikum während seines Studiums in den Betrieb; arbeitete danach als Junior-Bauleiter und übernahm immer mehr Verantwortung. Seit 2017 ist er alleiniger Geschäftsführer und für mehr als 50 Mitarbeitende in mehreren Firmen verantwortlich. „Bei uns passiert viel“, sagt Holzhausen: ein neuer Pool-Onlineshop und weitere Projekte sind in Planung: „Wir wollen uns breiter aufstellen im Markt.“


Eike Bartels

„Wir sind eher ein Biomarkt als ein Hofladen“, Eike Bartels ist Landwirt und hat das Geschäft, das seine Mutter einmal gegründet hat, deutlich ausgebaut – mit einem Neubau Ende 2021. Seitdem hat der ehemalige Hofladen in der Industriestraße 15 in Springe statt 35 jetzt 200 Quadratmeter Verkaufsfläche, mit einem großen Angebot aus Kartoffeln, Eiern, Porree, Grünkohl, Wirsing und anderen Produkten aus eigenem Anbau. Zum Bestand gehören auch 1000 Legehennen, 18 Highland-Rinder und ein kleines Damwild-Rudel mit 13 Tieren. Gut 100 Hektar bewirtschaftet Eike Bartels, der nach der Schule zunächst Landwirt gelernt und danach ökologische Landwirtschaft studiert hat.

Im Laden finden sich aber nicht nur die Erzeugnisse vom eigenen Acker, sondern 2500 weitere handverlesene Produkte von der Ernährung bis zur Naturkosmetik. Insgesamt 15 Mitarbeiter kümmern sich um die Beratung und den Verkauf. Nicht nur in Springe: Der Eschenhof ist jede Woche auf dem Wochenmarkt in Gehrden mit einem Stand vertreten.


Gian Luca Porcarelli

Betriebliche Ersthelfer und eine solide Erste-Hilfe-Ausbildung retten Leben. Gian Luca Porcarelli und sein Mitarbeiter Nisse Winkelholz bieten beides an – in Springe, Bad Münder und der Region. „Ich bin Notfall-Sanitäter und habe ,Porcarelli Paramedico‘ gegründet, um mein Wissen weiterzugeben und so Menschen zu helfen“, sagt Porcarelli. Sein Unternehmen ist Am Handanger 1 in Springe.

Die Kosten für einen Kursus zum betrieblichen Ersthelfer übernimmt für gewöhnlich die Berufsgenossenschaft. Es ist möglich, einen Lehrgang direkt im Betrieb anzubieten, dafür sollten es aber mindestens sieben Teilnehmer sein. Zusätzlich veranstaltet Porcarelli Paramedico Erste-Hilfe-Kurse für private Gruppen, Vereine und Organisationen, beispielsweise Notfallsimulations-Trainings für Feuerwehren und Arztpraxen. Ebenfalls im Programm: Kurse für den Führerschein. Jeder Kurs dauert acht Stunden (mindestens acht Teilnehmer, maximal 20). Die Kurse sind im Gebäude der Neuen Deister-Zeitung in der Bahnhofstraße in Springe.

Mobil 0174 4717994
www.porcarelli-paramedico.de


Rudolf Wilhelm Fricke

„Das Ziel ist: Wenn der Mandant von uns beraten wird, soll er messbar reicher sein als vorher“, sagt Rudolf Wilhelm Fricke. Der 29-Jährige ist Hauptgesellschafter der FH Steuerberatungsgesellschaft KG in Springe. Der Familienbetrieb berät an vier Standorten in Springe, Bad Münder, Hameln und Hannover Privat- und Unternehmenskunden. Dabei geht es um Steuerfragen, aber auch um Themen wie Unternehmensfinanzierung und -nachfolge. Privatpersonen helfe man zum Beispiel aktiv beim Vermögensaufbau, „aber wir begleiten auch Mandanten zum schwierigen Bankgespräch“, sagt Fricke. Der Kaufmann und Wirtschaftsjurist ist seit 2018 im Unternehmen und seit 2023 als persönlich allein haftender Gesellschaftergeschäftsführer in der Gesamtverantwortung für die Kanzlei. Er übernahm im Laufe der Jahre nach und nach die Anteile von seinem Vater. Heute freut er sich, dass seine junge Belegschaft mit 45 Mitarbeitenden schnell und ruhig in jeweils kleinen Teams zusammenarbeiten: „Erledigung! Das ist unsere Stärke.“


Darko Trboljevac

Darko Trboljevac hat sich einen Traum erfüllt: In Bad Münder entdeckte er in der Langen Straße 23 einen leerstehenden Laden, den er nach der Renovierung zu einem Polsteratelier mit Werkstatt umgestaltete. Im August vor zwei Jahren hat er die Eröffnung gefeiert. Inzwischen hat der gebürtige Serbe mehrere Gaststätten ausgestattet und er arbeitet mit zwei Fitnessketten zusammen. Es sind aber nicht nur die Gastromöbel, für die sein Herz schlägt, sondern auch Hausmöbel, Möbel für Arztpraxen, Autositze und Sitzbänke für Motorräder arbeitet er gerne wieder auf. Dabei versucht er im Gespräch mit dem Kunden herauszufinden, wo die Reise für den Auftraggeber hingehen soll. „Ich möchte die Augen meiner Kunden zum Leuchten bringen“, sagt Trboljevac. Im Atelier vor Ort kann der Kunde die unterschiedlichsten Stoffe und Leder anfassen und sich von der Vielfalt inspirieren lassen. Ein hochwertiges Sortiment an Stoffen und Sonnenschutzlösungen der Marke JAB ANSTOETZ Bielefeld steht zur Auswahl.


Annette u. Lea-Sophie Schütte

Ein weitgehend selbstbestimmtes Leben in den vertrauten vier Wänden – dafür setzen sich Annette und Lea-Sophie Schütte ein. Schon immer. Lea-Sophie ist 32 Jahre alt und hat eine Ausbildung in der Pflege gemacht. Ihre Mutter Annette ist 57 Jahre alt und gilt als „Urgestein“ in der ambulanten Pflege. Zusammen haben sie am Anfang des vergangenen Jahres ihr Unternehmen „Remedis“ in der Langen Straße 80 in Eldagsen eröffnet. Das Wort Remedis stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Hilfe oder Fürsorge – das, was ältere Menschen im Herbst ihres Lebens brauchen.

Insgesamt zwölf Mitarbeiterinnen kümmern sich um das Wohl der Senioren. Remedis ist ausschließlich auf die häusliche Pflege ausgerichtet, bietet aber auch Beratung, Hauswirtschaft, Tagesbetreuung, Schulungen und sogar ein Trauercafé. „Wir haben alles im Programm, was zu einem würdigen Lebensabend gehört“, sagt Lea-Sophie. Und: „Wir stehen Wachstum und neuen Mitarbeitern – auch als Auszubildender – aufgeschlossen gegenüber.“


Jascha Noltemeier (Dritter v. l.)

Fachliche Kompetenz, persönliche Beratung, Nähe zum Kunden – das ist es, wofür die VGH Bad Münder steht. Jascha Noltemeier hat hier ein Team aus fünf erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um sich geschart. Michael J. Maly, Arthur Sauerbier, Birgit Maly, Selina Jordan und Angelina Hirt stehen bereit, um den Kunden im Fall der Fälle sowohl zuverlässige Unterstützung als auch feste Ansprechpartner vor Ort zu bieten. Egal, ob es um Fahrzeuge, Mobilität, Bauen, Wohnen, Haftpflicht, Rechtsschutz, Reise, Urlaub, Unfall, Vorsorge, Gesundheit, Pflege oder Tierhalterhaftpflicht geht. Das Büro befindet sich in der Langen Straße 21 in Bad Münder. „Als Ansprechpartner in allen Versicherungsfragen begleiten wir unsere Kunden individuell und lösungsorientiert, wir bieten maßgeschneiderte und flexible Produkte“, sagt Noltemeier. Im Schadenfall profitiere der Kunde von schneller Hilfe und klaren Zuständigkeiten: „Versicherung heißt Vertrauen, Vertrauen und Kundennähe sind unsere Kernkompetenzen.“


Jeannette Rokahr

Yoga ist ihr Leben: Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt sich Jeannette Rokahr mit der indischen Lehre. Seit über 25 Jahren arbeitet sie als Yogalehrerin und Yogatherapeutin und begleitet Menschen auf ihrem Lebensweg. Seit 2014 ist sie selbständig in Bad Münder – seit einigen Jahren im Justus-von-Liebig-Weg 1. Sie bietet Yoga Einzel,- und Gruppenuntericht an und unterstützt als Yogatherapeutin auch Menschen mit bestimmten Krankheiten. Die Krankenkassen unterstützen ihre zertifizierten Präventionskurse. Rokahr ist Mitglied im Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland (BDY) und der Europäischen Yogaunion (EYU). Zudem ist sie die einzige Yoga-Therapeutin in der weiteren Umgebung, die TriloChi® lehrt – ein ganzheitliches Bewegungs- und Entspannungsprogramm nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie sie berichtet. TriloChi® ist eine Kombination aus westlichen und fernöstlichen Trainingsdisziplinen und basiert auf der traditionellen chinesischen Medizin. Zusätzlich bietet sie in ihrer Praxis unter anderem psychologische Beratung, innere Kind- und Ahnenarbeit oder auch Basenfastenbegleitung an.


Jeannette Rokahr

Ganz neu sind sie nicht mehr in Springe, aber mit einem neuen Standort: Im Jahr 2024 sind Hasan Cindo und seine Frau Perione Uso mit ihrem „Hairstore“ umgezogen in das Geschäft Zum Oberntor 35, vorher waren sie direkt nebenan – und das bereits seit 2017. Das Paar hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden den größtmöglichen Komfort zu bieten. Dazu gehören unter anderem die Online-Terminvergabe, die es ohne großen Aufwand ermöglicht, den Wunschtermin und den Lieblings-Mitarbeiter herauszusuchen. Auch der Preis ist online gleich einsehbar. Für Damen, Herren und Kinder bietet der Friseursalon neun Plätze, um die sich insgesamt sechs Mitarbeiter kümmern. „Wir bieten alle Haarschnitte, Strähnen, Extensions und die Balayage-Färbetechnik“, berichtet Hasan Cindo. Es handelt sich dabei laut seinen Aussagen um eine Färbetechnik, die bis zu einem Jahr ohne Nachbehandlung hält. Allein damit habe sich der Hairstore einen großen Einzugsbereich erarbeitet, der bis nach Bad Nenndorf und Paderborn reiche.