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Auch die Zähne altern

Zähne und Zahnfleisch brauchen ab 40 besondere Pflege

Die Vibrationstechnik oder auch Rütteltechnik reinigt schonend die Zähne. Dazu die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand aufsetzen und leicht rütteln. So werden die hartnäckigsten Zahnbeläge gelockert. FOTO: IGOR MOJZES - FOTOLIA

01.07.2022

Nicht nur Haut und Haare altern beim Menschen – auch bei den Zähnen setzt ab etwa 40 ein entsprechender Prozess ein. Bis dahin haben die Zähne schon viel leisten müssen. Das hinterlässt Spuren: Rückstände von Kaffee, Tee und Tabak etwa sorgen für unschöne Verfärbungen. Für die meisten Menschen gehört regelmäßige Zahnpfl ege zum Alltag. Sie reinigen ihre Zähne in der Regel mindestens zweimal pro Tag. Irgendwann aber reicht dies nicht mehr aus, um alle Bakterien und Verunreinigungen zu entfernen. Unsichtbare Beläge bleiben auf und zwischen den Zähnen erhalten und können Zähne und Zahnfleisch schädigen. Parodontitis und Karies sind später dann der Hauptgrund für Zahnverlust. Das bedeutet in der Regel Zahnersatz - und der kann ins Geld gehen. Für ein Implantat mit Aufbau ist ohne Versicherung eine Eigenbeteiligung in vierstelliger Höhe üblich.

Tipps zur richtigen Zahnpflege

Die Initiative proDente e.V. hat Tipps zur richtigen Zahnpflege zusammengestellt. Damit kann man Parodontitis und Karies vorbeugen und Zahnersatz möglichst vermeiden:
• Zweimal am Tag für mindestens je drei Minuten die Zähne reinigen. Die Zahncreme sollte Fluoride enthalten. Einmal am Tag die Zahnzwischenräume entweder mit Zahnseide oder mit Interdentalbürsten reinigen.

• Falsch: heftiges Querschrubben und seitliches Auf-und-ab-Bürsten mit zu viel Druck. Dadurch wird der Zahnbelag nicht effektiv entfernt und die Zähne auf Dauer beschädigt.

• Richtig: Die Vibrationstechnik oder auch Rütteltechnik reinigt schonend die Zähne. Dazu die Bürste im 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand aufsetzen und leicht rütteln. So werden die hartnäckigsten Zahnbeläge gelockert.

• Elektrische Zahnbürsten erledigen die empfohlene Vibrationstechnik automatisch.

• Faustregel für die Reihenfolge beim Putzen: erst die Kauflächen, dann die Zahnreihen außen, danach die Zahnreihen innen.

• Mundhöhlenbakterien siedeln sich vorzugsweise auf dem hinteren Zungenabschnitt an und bilden dort ein Reservoir. Wer dauerhaft Parodontose und Karies verhindern will, sollte deshalb auch einen speziellen Zungenschaber einsetzen: Zunge herausstrecken und an der Spitze festhalten. Von hinten nach vorne schaben.

• Professionelle Zahnreinigung ein- bis zweimal jährlich in der Zahnarztpraxis durchführen lassen. Dabei werden Zahnbelag und Zahnstein sehr gründlich entfernt, die Zähne poliert und fluoridiert. Zugleich erhält der Patient Hinweise zur Zahn- und Mundhygiene. Ohne Zahnzusatzversicherung bleibt der Patient auf einem Großteil der Kosten sitzen. djd


Karius und Baktus stehen auf süße Sünden

Versteckte Zahnfeinde erkennen und Karies vermeiden

„Iss nicht zu viel Süßes, sonst bekommst du Löcher in den Zähnen.“ Ein oft gesprochener Satz, vor allem von Eltern. Doch was genau beim Verzehr von Süßigkeiten mit den Zähnen geschieht, wissen nur wenige. „Kariesbildung hängt nicht nur von der Menge an Eis, Schokolade und Weichgummi ab“, betont Holger Langer, Facharzt für Kinder- und Jugendzahnmedizin. „Auch die Zeiten, in denen Naschkatzen sie zu sich nehmen, sowie die Art und der Zeitpunkt der Zahnpflege spielen eine wichtige Rolle.“

Besonders tückisch: Einige Lebensmittel können mit ihrem versteckten Zuckergehalt die Zähne unbemerkt angreifen. Beachten Eltern bestimmte Faktoren, kommen Karius und Baktus aber trotz zwischenzeitlicher Naschphasen nicht zum Zug.

Billionen von zunächst nützlichen Bakterien tummeln sich in unserem Mund. Dabei sitzen die Mikroorganismen auf Schleimhäuten, Zunge und Zahnflächen. Mit der Stärkung der Immunabwehr und dem Schutz der Schleimhäute erfüllen sie wichtige Aufgaben. Mangelnde Mundhygiene führt jedoch dazu, dass sie sich ungehemmt vermehren und die verschiedenen Bakterienarten aus dem Gleichgewicht geraten. In diesem Fall können die desinfizierenden Enzyme in unserem Speichel die erhöhte Bakterienanzahl nicht mehr bewältigen und es entsteht ein schädlicher Belag, auch Plaque genannt. Hier liegt die eigentliche Ursache der Kariesbildung.

Denn: Verzehren kleine Schleckermäulchen zuckerhaltige Lebensmittel, ernähren sie damit die feindlichen Mikroorganismen. Vor allem die in der Plaque sitzenden Streptokokken wandeln die zugeführten Kohlehydrate dann zu Säure um, welche wiederum Löcher in den Zahnschmelz frisst. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wirken sich direkt während oder nach Hauptmahlzeiten verzehrte Süßigkeiten weniger schädlich auf die Zahngesundheit aus als eine über den Tag verteilte Zufuhr der gleichen Menge. Im letzteren Fall stellen Bakterien vergleichsweise viel mehr Säure her, die den Zahnschmelz auch noch über einen längeren Zeitraum angreifen kann. Kinder daher eine halbe Stunde nach der Mahlzeit die Milchzähne putzen lassen! Diesen Zeitraum benötigt der Zahnschmelz, um sich vor allem nach Aufnahme von säurehaltigen Nahrungsmitteln wieder zu erhärten und vor dem Bürstenabrieb zu schützen.

Zuckerhaltige Lebensmittel stellen nicht per se eine Gefahr für die Zahngesundheit dar. Jedoch gibt es unter ihnen besonders tückische Exemplare. Hierzu zählen etwa klebrige Snacks, die Honig, Karamell oder Lakritz enthalten. Nach dem Verzehr dieser Lebensmittel empfiehlt sich daher unter Berücksichtigung der genannten Wartezeit eine besonders intensive Zahnpflege von mindestens drei Minuten, um das Wachstum schädlicher Bakterien einzudämmen.

Diabetiker haben erhöhtes Risiko für Zahnverlust

Das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, die langfristig zu Zahnverlust führen kann, ist bei Diabetikern im Vergleich zu Nicht-Diabetikern dreimal so hoch. Deshalb sollten Diabetiker nicht nur Füße und Gefäße regelmäßig kontrollieren lassen, sondern besonders gute Mundhygiene betreiben und regelmäßig ihren Zahnarzt aufsuchen, rät die Bundeszahnärztekammer (BZÄK).

Umgekehrt verschlechtert eine Parodontitis auch den Diabetes. Die Abhängigkeiten zwischen diesen beiden Volkskrankheiten sind wechselseitig. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei einer unbehandelten Parodontitis intensivieren die Entzündungsherde des Mundraumes die Insulinresistenz der Zellen und beeinträchtigen die Blutzuckerwerte ungünstig.

Diabetiker sollten ihren Zahnarzt regelmäßig konsultieren und neben der Kontrolle der Zähne auch den Zahnhalteapparat untersuchen lassen.

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